Barrierefreiheit: Mehr Reisen ohne Hindernisse

Die EU will Millionen Bürgern mit Behinderungen das Leben erleichtern. Das ist richtig und wichtig. Im aktuellen Gesetzgebungsverfahren erhebt das EU-Parlament jedoch teils illusorische Forderungen. So soll jedes einzelne Hotel in Europa zu umfangreichen Umbauten verpflichtet werden. Das ist in vielen historischen Gebäuden gar nicht möglich oder überfordert Familienhotels finanziell – andererseits sollen Privatvermietungen wie Airbnb gar nicht aufgenommen werden. Die TUI Group will unabhängig von einer möglichen Regulierung ihre Vorreiterrolle beim barrierefreien Tourismus ausbauen.


Die TUI Group hat es sich zum Ziel gemacht, möglichst vielen Menschen unbeschwerte Urlaube zu ermöglichen. Der Reisekonzern setzt bestehende nationale und europäische Regelungen zur Barrierefreiheit um, beispielsweise im Flugverkehr, und baut sein Angebot im Dialog mit den Behindertenverbänden weiter aus. 

Die Tourismusindustrie hat längst begonnen, die Bedürfnisse von beeinträchtigten und älteren Urlaubern viel stärker zu berücksichtigen. Nicht zuletzt sind sie eine wachsende und attraktive Zielgruppe. Die TUI Group nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein und entwickelt neue Angebote, damit möglichst viele Menschen unbeschwert reisen können. Dazu gehören:

  • Anreise und Unterkünfte: Urlaubsziele sollten möglichst für alle erreichbar sein. Deshalb hat der Reisekonzern über 1200 Barriere-optimierte Hotels in 130 Destinationen im Programm – mit steigender Tendenz. Die Mein Schiff Flotte von TUI Cruises verfügt über barrierefreie Kabinen. Und bei Flugreisen mit TUI fly kann ein spezieller Rollstuhl genutzt werden, der auch an Bord Mobilität erlaubt.
  • Beratung: Menschen mit Behinderungen haben einen erhöhten Beratungsbedarf. TUI wird diesen individuellen Bedürfnissen mit passgenauen Lösungen gerecht. Dafür hat TUI Deutschland bereits 1981 ein eigenes Serviceteam für Urlauber mit Behinderungen geschaffen – einzigartig für einen Reisekonzern. Heute organisieren zwölf Mitarbeiter An- und Abreise, Transfers und Ausflüge am Urlaubsort.
  • Zusammenarbeit: Aktuell entwickelt die TUI Group gemeinsam mit Behindertenverbänden in Deutschland eine Roadmap Barrierefreiheit. Ziel ist es, gemeinsam Standards für Buchung und Reise zu entwickeln.

EU-Parlament schießt über Ziel hinaus

Der Vorschlag des Europäischen Parlaments berücksichtigt diese Fortschritte in der aktuellen Diskussion um eine Richtlinie für Barrierefreiheit bei Produkten und Dienstleistungen zu wenig. Eine in letzter Minute hinzugefügte Änderung sieht entgegen dem ursprünglichen Kommissionsvorschlag vor, sämtliche Beherbergungsbetriebe in der EU umzubauen. Alle bestehenden Gemeinschaftsbereiche wie Konferenzräume und – je nach Größe – eine Mindestzahl von Zimmern sollen vollständig barrierefrei werden. Das ist wirtschaftlich und in vielen Fällen auch baulich kaum darstellbar und erscheint nicht verhältnismäßig. Zudem fehlt Planungssicherheit: Ohne entsprechende Übergangsfristen für derartige Vorgaben stünden viele Hoteliers wohl vor dem Aus. Dass das EU-Parlament diese Forderung ohne vorherige Folgenabschätzung gestellt hat, verdeutlicht die handwerklichen Mängel des Vorstoßes. Im anstehenden Trilog-Verfahren hat die Bundesregierung über den Ministerrat die Möglichkeit, sich im Schulterschluss mit der EU-Kommission für sinnvolle Verbesserungen des Rechtsaktes einzusetzen.

Umsetzung in heißer Phase

Mit dem Europäischen Rechtsakt zur Barrierefreiheit sollen mehr Produkte und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen zugänglich werden. Im Dezember 2015 hat die EU-Kommission einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Das Plenum des EU-Parlaments hat im September 2017 einen veränderten Text verabschiedet. Aktuell laufen die Beratungen im Ministerrat.