Bulgarien: Entwicklung durch Qualitätstourismus

In Bulgarien liegt das Wohlstandsniveau deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Doch wer genauer hinsieht, ist von der positiven Entwicklung des Landes überrascht: Die Wirtschaft wächst überproportional. Es gibt viele Beispiele erfolgreicher Investitionen. Die prosperierende Reisebranche nährt die Hoffnung auf ein nachhaltiges Wachstum – mit dem Fokus auf Qualitätstourismus.

Stabiles Wachstum bei geringer Verschuldung

Seit dem EU-Beitritt 2007 hat sich die bulgarische Wirtschaft trotz einer erheblichen Fachkräfteabwanderung positiv entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent – und damit fast doppelt so stark wie in der EU-28. Eine niedrige Staatsverschuldung, eine steigende Binnennachfrage und wachsende Investitionen tragen den wirtschaftlichen Aufschwung. Von besonderer Bedeutung ist der Tourismus: Der Sektor wuchs allein 2016 um zehn Prozent und ist die Wachstumslokomotive.

Ausdifferenzierung des touristischen Angebots

Die Politik flankiert die Entwicklung stark. So hat die Tourismusstrategie der Regierung aus Sicht der TUI Group Vorbildcharakter. Lange war der bulgarische Tourismus vor allem auf preissensible Urlauber ausgelegt. Die Politik setzt nun aber verstärkt auf Investitionen in gehobene Hotelkategorien und auf eine Diversifizierung der touristischen Entwicklung.

Die Voraussetzungen dafür sind optimal: Vom Badeurlaub an der Schwarzmeerküste über das Wandern in drei Nationalparks bis hin zu neu entwickelten Skigebieten und zehn UNESCO-Welterbestätten bietet das Land seinen Gästen ein breites Spektrum. TUI unterstützt das und möchte in erster Linie in nachhaltige Projekte investieren. Auch Regionen abseits der Schwarzmeerküste werden jetzt touristisch erschlossen. Einen Beitrag leistet die EU, die Plowdiw mit seinen antiken Sehenswürdigkeiten zu Europas Kulturhauptstadt 2019 ernannt hat.


Bulgarien beherbergt ein beeindruckendes Spektrum an UNESCO-Welterbestätten. Darunter die 3000 Jahre alte Altstadt von Nessebar, in der Thraker, Byzantiner und Osmanen ihre Spuren hinterlassen haben. Oder europaweit einzigartige Monumente wie den Reiter von Madara, eine in den Fels gehauene Statue von gut drei Metern Höhe. Aber auch der mit 1300 Jahren älteste Nadelbaum der Welt steht im bulgarischen Nationalpark Pirin.

Gesamte Wirtschaft profitiert von Besucherrekorden

Die Attraktivität schlägt sich in den Gästezahlen nieder: 2016 kamen fast 8,3 Millionen internationale Touristen nach Bulgarien. Das ist ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch für 2017 wird ein neuer Rekord erwartet. Deutsche Urlauber stellen mit 826 000 Gästen mittlerweile die drittgrößte Gruppe. Bulgarien profitiert umfassend vom Tourismus: Indirekte Effekte einbezogen, werden dank der Reisebranche 13 Prozent des BIP erwirtschaftet. Damit bietet der Sektor insgesamt über 360 000 Arbeitsplätze – jeder neunte Beschäftigte verdient so seinen Lebensunterhalt dank des Tourismus.


Seit der weltweiten Finanzkrise hat sich die bulgarische Wirtschaft gut erholt. Einer der Gründe: Der Tourismus boomt. Das hat auch spürbare positive Effekte auf den Arbeitsmarkt.

TUI ist enger Partner Bulgariens

TUI will weiterhin ein wichtiger Teil dieser Erfolgsgeschichte sein und setzt auf das südosteuropäische Land als Feriendestination. Das Engagement der TUI Group auf einen Blick:

  • Veranstalter: Hunderte TUI-Mitarbeiter sorgen vor Ort für ihre Gäste. Im Sommer 2017 kamen knapp 300 000 TUI-Urlauber – 19 Prozent mehr als im Vorjahr, ein überdurchschnittliches Wachstum.
  • Flugverbindungen: Die TUI Airlines bringen Urlauber in die Ferienregionen. Der Flugplan sieht wöchentlich bis zu 41 Flüge nach Burgas und Warna vor.
  • Hotels: Die TUI Group betreibt mit der Beteiligungsgesellschaft RIU fünf Vier-Sterne-Hotels in Bulgarien. Aktuell sind zwei weitere Hotels geplant. Das bringt jungen Bulgaren Beschäftigungsperspektiven in ihrer Heimat – auch in höherqualifizierten Jobs. So sind alle Top-Positionen vom Hoteldirektor bis zum Einkaufsleiter mit Einheimischen besetzt. Insgesamt arbeiten rund 1 000 Mitarbeiter bei RIU.

Mehr Tourismus wagen

»Im Januar 2018 wird mein Land erstmals die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Die Herausforderungen sind groß: Brexit, Flüchtlingskrise und die Beziehungen der EU zu ihren Nachbarn. Abgesehen von politischen Lösungen habe ich einen großen Wunsch: Wir Europäer sollten uns besser kennenlernen. Ich wünsche mir mehr Neugier aufeinander. Denn persönliche Kontakte und Austausch schaffen erst die Basis für Vertrauen und gemeinsames Handeln. Der Tourismus ist dafür ein wichtiger Wegbereiter.

Gerade TUI verdanken wir, dass sich die bulgarische Reisebranche so positiv entwickelt. Und das in mehrfacher Hinsicht: Das Unternehmen macht Bulgarien als Destination bekannt, besonders bei den Deutschen. Mit dem Ausbau der Flugverbindungen ermöglicht TUI, dass sich mehr Menschen beider Länder begegnen können. Und im Hotelmanagement profitieren wir vom Know-how des Reisekonzerns. Von der Professionalisierung haben ganze Regionen etwas: Die Infrastruktur wird verbessert, Bauunternehmen bekommen neue Aufträge und Landwirte neue Absatzmöglichkeiten.«

Radi Naidenov, Botschafter der Republik Bulgarien in Deutschland