Klimaschutz im Luftverkehr: Kurs halten

Die Details zum Pariser Abkommen sind noch nicht ausverhandelt, da stellen die USA die Einigung grundsätzlich infrage. Der Luftverkehr ist deutlich weiter: Ab 2020 greift ein einzigartiges internationales Klimaschutzinstrument. Ausgerechnet die EU gefährdet nun durch Unachtsamkeit den internationalen Konsens.

Historische Klimaschutz-Verpflichtung des Luftverkehrs

Im Herbst 2016 haben sich alle 191 Mitgliedstaaten der UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO auf ein globales Klimaschutzinstrument geeinigt – das Ergebnis eines diplomatischen Kraftakts. Mit dem Kompensationssystem CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) ist der Luftverkehr die erste Branche weltweit, die sich konkreten Klimazielen verpflichtet. Wachstumsbedingte CO2-Emissionen werden ab 2020 durch speziell aufgesetzte Klimaschutzprojekte unter Aufsicht der UN ausgeglichen. Die TUI Group hat diesen Ansatz von Anfang an aktiv unterstützt.

EU darf Erfolg nicht aufs Spiel setzen

Die Einigung ist nun in Gefahr. Während die US-Administration internationale Abkommen reihenweise infrage stellt, liefert auch die EU CORSIA-Kritikern Futter. Denn Ministerrat und EU-Parlament wollen den internationalen Flugverkehr auch nach dem Jahr 2020 dem europäischen Emissionshandel (ETS) unterwerfen. Das widerspricht dem gerade erst erfolgreich ausgehandelten weltweiten Kompromiss der ICAO, der die Klimafolgen aller internationalen Flüge abdeckt und an dem sich die USA auch von Anfang an beteiligen. Deshalb ist es folgerichtig, ETS für den innereuropäischen Luftverkehr ab 2021 einzustellen, um so eine Doppelbelastung zu verhindern und den internationalen Kompromiss nicht zu gefährden.

Planungssicherheit gewährleisten

Die Luftverkehrswirtschaft ist mehr als andere Branchen auf Planungs- und Rechtssicherheit angewiesen. Fluggesellschaften sind abhängig von der Vergabe von Verkehrsrechten und müssen sich auf regulatorische Änderungen langfristig vorbereiten. Klar ist dabei: Wer das vorbildliche globale Klimaschutzinstrument im Luftverkehr unterstützen will, sollte die Diskussionen über einen EU-Sonderweg beim Thema ETS beenden.


Die deutschen Fluggesellschaften verbrauchten 2016 3,64 Liter Treibstoff pro Person und 100 Kilometer – das sind 42 Prozent weniger als noch 1990. Die TUI Airlines liegen mit 2,65 Litern noch einmal 27 Prozent darunter.

CORSIA-Video der ICAO


Nr. 1 und Nr. 3: Die britische und die deutsche Ferien-Fluggesellschaft des TUI-Konzerns – TUI Airways und TUI fly – gehören weltweit zur Spitze der klimaeffizientesten Airlines. Zu diesem Ergebnis kommt aktuell der renommierte atmosfair Airline Index 2017 bei der Bewertung von 125 Fluggesellschaften. 
Die TUI Group setzt weiter auf Klimaschutz. Die CO2-Intensität der konzerneigenen Airlines soll gemäß Nachhaltigkeitsstrategie bis 2020 gegenüber 2015 um zehn Prozent sinken. Dafür wird die mit einem Durchschnittsalter von unter acht Jahren ohnehin schon junge Flotte weiter modernisiert. Im Juni 2017 hat die TUI Group 18 Maschinen des Typs Boeing 737 MAX 10 vorbestellt. Der Reisekonzern ist der erste europäische Veranstalter, der auf das komfortable und treibstoffeffiziente Flugzeug setzt.