360°-Analyse: Tourismus-Auswirkungen unter der Lupe

Steigende Touristenzahlen bergen für Zielregionen wirtschaftlich große Chancen, aber auch ökologische und soziale Herausforderungen. Die Effekte sind oft umstritten. In Kooperation mit PwC und der Travel Foundation hat die TUI Group in einer Pilotstudie gemessen, welche Auswirkungen der Besuch von 60 000 TUI-Gästen auf Zypern hat. Auf diese Weise will TUI Erkenntnisse gewinnen und Handlungsempfehlungen zum Beispiel für Destinations- und Hotelmanager geben.

Weltpremiere: Tourismuswirkungen ganzheitlich erfasst

 

Kennzahlen wie Umsatz oder Gästezahlen sind in der Reisebranche allgegenwärtig. Sie reichen aber nicht aus, um die Nachhaltigkeit des Sektors einschätzen zu können. Daher hat die TUI Group 2014 mit PwC und der britischen Travel Foundation in Zypern ein neues, ganzheitliches Verfahren angewendet: das Total Impact Measurement & Management-Verfahren, kurz TIMM. Dabei wurden erstmals die wirtschaftlichen, fiskalischen, sozial-gesellschaftlichen und ökologischen Folgen des Tourismus quantifiziert und bewertet.

Unter dem Strich deutlich positive Effekte

Die TIMM-Studie nimmt die Auswirkungen von acht TUI Hotels auf Zypern mit 60000 Gästen im Jahr 2013 in den Fokus. Insgesamt summieren sich die positiven Effekte auf 46 Millionen Euro. Dieser Wert übersteigt die negativen Effekte, beispielsweise die Umweltkosten des Tourismus von rund 2,3 Millionen Euro, um ein Vielfaches. Dabei schlagen insbesondere CO2-Emissionen und Müllentsorgung negativ zu Buche. Diese Auswirkungen lassen sich durch gezieltes Umweltmanagement wie die Erhöhung der Recyclingquote abmildern.

Erfolgreiche Destinationen brauchen gute Tourismuspolitik

Die Studie liefert konkrete Empfehlungen, um die nachhaltige Entwicklung in den Zielländern voranzutreiben. Dazu gehören Aufbau und Unterstützung lokaler Lieferketten und Kooperationen zwischen Behörden und Reiseunternehmen, insbesondere in Sachen Umwelt- und Artenschutz sowie der Erhaltung der Kultur. Um solche Ansätze zu forcieren und die positiven Folgen des Tourismus zu fördern, investiert die TUI Group unter anderem über die TUI Care Foundation bis 2020 weltweit jährlich 10 Millionen Euro in entsprechende Projekte.