Europaweite Sammelklagen: Mehrwert für Urlauber?

Die EU-Kommission will Verbraucherrechte stärken. Das ist gut. Vorsicht ist allerdings angezeigt bei den vieldiskutierten Sammelklagen – für Urlauber bergen sie mitunter mehr Nach- als Vorteile.

„Dieselskandal“: Verbraucherschutz für Autobesitzer verbessern

Anlass für die EU-Initiative sind unter anderem die Skandale um manipulierte Abgaswerte bei Autos. Von einem auf den anderen Tag ist der Verkaufswert der betroffenen Pkw drastisch gesunken, und Klagen der Fahrzeughalter auf Entschädigungen sind meist erfolglos. Sammelklagen können in vergleichbaren Fällen Schutz bieten.

Autokauf ≠ Urlaubsreise

Diskutiert wird auch, Sammelklagen bei anderen Produkten zuzulassen. Für langlebige Gebrauchs- oder Investitionsgüter liegt das auf der Hand, gerade wenn Unternehmen systematisch zulasten der Kunden handeln. Aber für Reisen? Urlaube werden in Deutschland für durchschnittlich 12,6 Tage gebucht. Böse Überraschungen werden – im Gegensatz zum „Dieselskandal“ – schnell erkannt. Da der professionelle Reiseveranstalter als Ansprechpartner vor Ort ist, werden Mängel wie bei der Zimmerausstattung meist umgehend behoben. Zudem können sich Reisende auf schnelle Kompensationen verlassen. Dafür tragen bereits heute rechtliche Vorgaben Sorge:

  • EU-Pauschalreiserichtlinie: Veranstalter sind verpflichtet, Reiseleistungen wie zugesichert zu erbringen. Andernfalls kann der Pauschalurlauber den Reisepreis teilweise zurückfordern.
  • EU-Verordnungen für Fahr- und Fluggastrechte: Im Fall von mehr als dreistündigen Flugverspätungen gibt es aufgrund einer EuGH-Rechtsprechung einen Ausgleichsanspruch – je nach Entfernung zwischen 250 und 600 Euro, zusätzlich zu möglichen Betreuungsleistungen. Vergleichbare Rechte können Kreuzfahrtpassagiere geltend machen.

Potenziale und Bedingungen für mögliche Schadensersatzansprüche unterscheiden sich von Pkw-Kauf zur Reisebuchung damit fundamental. Sammelklagen bieten Reisenden keinen Mehrwert. Im Gegenteil: Urlaube sind individuelle, oft maßgeschneiderte Produkte, die sich kaum für Sammelklagen eignen. Reisende könnten unter Umständen deutlich länger auf Entscheidungen warten müssen und gegebenenfalls auch geringere Entschädigungen erhalten. Wenn am Ende in erster Linie eine Handvoll auf diese Klagen spezialisierte Dienstleister profitiert, ist den Verbrauchern nicht geholfen. Und seriöse Reiseunternehmen haben selbst ein großes Interesse daran, die Kunden, die Jahr für Jahr bei ihnen buchen, nicht zu verlieren.

TUI: Auch bei Mängeln für Kunden da

TUI übernimmt Verantwortung, wenn die Erwartungen der Kunden nicht erfüllt werden – weit über gesetzliche Anforderungen hinaus. Priorität hat immer die umgehende Mängelbeseitigung vor Ort. Ist der Gast weiterhin nicht zufrieden, kann er binnen 24 Stunden zurückreisen und erhält den vollen Reisepreis erstattet. Das honorieren die Kunden: Der TÜV Saarland hat die TUI-Gästezufriedenheit im Januar 2017 zertifiziert und dabei die Note „sehr gut“ vergeben.