Tunesien: Stabilität durch Tourismus

Ende April hat die Bundesregierung ihre Eckpunkte für eine Tourismusstrategie vorgelegt. Darin lautet eines von drei Kernzielen, durch die Tourismuswirtschaft zur internationalen Stabilität beizutragen. In Entwicklungs- und Schwellenländern leistet der Wachstumssektor wichtige Beiträge zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilisierung – das trifft insbesondere auf Tunesien zu.

Tunesien kämpft mit einer Arbeitslosenquote von 15 Prozent. Die Wirtschaft wächst zwar, gemessen an den Herausforderungen allerdings im Jahr 2018 um bescheidene 2 Prozent. Umso wichtiger ist der Tourismus, der sich wieder im Aufschwung befindet. Die Besucherzahlen liegen erstmals seit der Revolution von 2010/11 bei über acht Millionen. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Einnahmen durch den Tourismus um 50 Prozent. Volkswirtschaftliche Kennzahlen unterstreichen, wie wichtig diese Entwicklung für Tunesien ist: Der Sektor sichert insgesamt 16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 15 Prozent der Arbeitsplätze.

Tourismus strategischer Sektor

Die tunesische Regierung hat die strategische Bedeutung des Tourismus früh erkannt und bereits zu Beginn des Jahrzehnts mit der „Vision 3+1“ eine umfassende Strategie für den Sektor entwickelt. Dazu gehört, mehr Angebote auch in Regionen abseits des Mittelmeeres zu schaffen, die Qualität des Tourismus zu verbessern und das Marketing auszubauen. Ziel ist es, pro Gast noch mehr Wertschöpfung im Land zu erzielen und nachhaltig zu wachsen. Bei diesen Fragen ist unter anderem das Know-how großer Reiseveranstalter gefragt.

Zu den internationalen Partnern zählt auch die TUI Group. Der Reisekonzern engagiert sich bereits seit Langem intensiv in Tunesien. Auch in schwierigen Zeiten hat TUI immer an Investitionen und Hotelanlagen festgehalten und baut diese weiter aus. Aktuell betreibt TUI in Tunesien 16 Hotels und fliegt das Land bis zu 38 Mal pro Woche an. Im laufenden Jahr wird TUI voraussichtlich 300000 Urlauber ins Land bringen, gegenüber 2018 eine Steigerung von über 30 Prozent. Und die weiteren Pläne sind ehrgeizig. So wird TUI mit dem Club TUI Magic Life Skanes bei Monastir und dem TUI Sensimar Ulysse Palace auf Djerba ab Sommer 2019 noch stärker in Tunesien präsent sein.

Im Dialog

René Trabelsi (links), tunesischer Tourismusminister und einziger jüdischer Minister der arabischen Welt, sprach im März 2019 im Berliner Konzernbüro mit Fritz Joussen, CEO der TUI Group, über eine vertiefte Partnerschaft.

Tourismuswirtschaft nachhaltig stärken

Abseits dieser konkreten Investitionspläne arbeitet die TUI Group im Schulterschluss mit dem Deutschen ReiseVerband (DRV), seinem tunesischen Pendant FTAV und weiteren Partnern daran, den tunesischen Tourismussektor insgesamt zu stärken und resistenter gegenüber möglichen Krisen aufzustellen. Die Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstreicht die politischen Ambitionen der Bundesregierung im Tourismus – und trägt zu mehr Stabilität in Nordafrika bei.

Bedeutung des Tourismus allgegenwärtig

»Tourismus ist kein Industriezweig wie jeder andere. Es geht um Kultur, Begegnungen und Toleranz. Dieser Austausch und das gegenseitige Lernen sind für meine Landsleute eminent wichtig. Und natürlich ist der Tourismus auch für die Wirtschaft von herausragender Bedeutung, schafft Arbeitsplätze und Perspektiven. Nicht nur in Hotels und Restaurants, sondern auch in der Landwirtschaft oder im traditionellen Handwerk. Gerade in Tunesien spielt diese Wertschöpfungskette eine große Rolle: Schon als Kind fiel mir auf, dass sich in meine Heimatstadt Kairouan die Teppichknüpfer mit dem Verkauf ihrer Waren an Touristen einen bescheidenen Wohlstand aufbauen konnten.

Mit TUI verbindet mein Land eine jahrzehntelange, enge Partnerschaft. Der Reisekonzern stand Tunesien auch während der schwierigen Jahre zur Seite und hat uns Hoffnung gegeben. Und vor allem: TUI überzeugt jedes Jahr viele Tausend Touristen von Tunesien und öffnet uns den Zugang zu wichtigen europäischen Märkten.«

Ahmed Chafra, Botschafter der Tunesischen Republik in Deutschland