EU-Agenda: Die fünf Tourismus-Themen

Tourismuspolitik spielt für Europas Wohlstand und Arbeitsmärkte eine wesentliche Rolle. Bulgarien hat im ersten Halbjahr 2018 die EU-Ratspräsidentschaft übernommen und setzt dabei wichtige Schwerpunkte. Aus TUI-Sicht von besonderer Bedeutung:

  • Brexit: Im Januar hat die EU-Kommission das Mandat erhalten, mit der britischen Regierung die Übergangsmodalitäten zu verhandeln. Hohe Priorität müssen Fragen zum Luftverkehr genießen. Es gilt, für die Millionen von Urlaubern in der EU die zwingend notwendige Rechtssicherheit zu schaffen – Flugpläne müssen Jahre im Voraus abgestimmt werden. Umso wichtiger sind kurzfristig auszuhandelnde Übergangsfristen sowie ein finales Übereinkommen. Eine neue Vereinbarung sollte den Wettbewerb erhalten und sich möglichst nahe an den aktuellen Regelungen bewegen – davon würde ganz Europa profitieren.
  • Entwicklungspolitik: 79 Staaten aus Afrika, der Karibik und der pazifischen Region (AKP-Staaten) genießen besondere EU-Marktzugänge. Zudem sind Themen wie Entwicklungszusammenarbeit und Investitionen im Rahmen des Cotonou-Abkommens geregelt. Dieses läuft 2020 aus. Die bulgarische Ratspräsidentschaft plant ein Folgeabkommen. Angesichts wirtschaftlicher Erfolgsgeschichten in Ländern wie den Kapverden, Mauritius oder der Dominikanischen Republik sollte die Reisebranche stärker als Partner der Entwicklungszusammenarbeit einbezogen werden. Sie kann wie kaum eine andere Branche Jobs schaffen und Perspektiven bieten.
  • Digitaler Binnenmarkt: Die EU-Kommission will den Zugang zu Onlinediensten verbessern und Potenziale im Zuge der Digitalisierung in allen Wirtschaftsbereichen freisetzen. TUI begrüßt die Initiative. Der Reisekonzern setzt wie kein zweiter auf digitale Innovationen und nutzt beispielsweise seit Sommer 2017 für die konzerninterne Bereitstellung von Hotelkapazitäten die Blockchain-Technologie. Damit leistet TUI auch wichtige Impulse für diese neue Kompetenz in der EU.
  • Wettbewerb im Luftverkehr: Nie war der Wettbewerb größer, die Liberalisierung des Luftverkehrs macht‘s möglich. Um gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Zukunft zu sichern und europäische Airlines besser vor unfairen Praktiken durch Drittstaaten zu schützen, plant die EU-Kommission eine überarbeitete Verordnung. TUI begrüßt die Initiative und steht zum Wettbewerb.
  • EU-Grenzkontrollen: Effektive Kontrollen der EU-Außengrenzen sind notwendig, um im Schengen-Raum uneingeschränkte Mobilität zu gewährleisten. Dazu hat die EU-Kommission Ende 2016 das sogenannte European Travel Information and Authorization System (ETIAS) vorgestellt. Das Ziel: den Sicherheitsstatus nicht-visumspflichtiger Einreisender in den Schengen-Raum automatisch zu überprüfen. In den kommenden Wochen wird eine Regelung verabschiedet. Die Politik hat dabei die Kritik aus der Branche am ursprünglich vorgesehenen Prozedere berücksichtigt mit dem Ziel, durch Verwendung des sogenannten iAPI-Protokolls für eine geschützte und schnelle Datenübermittlung zu sorgen. Für Passagiere heißt das: Komfort und Datensicherheit.

TUI im Herzen Brüssels

Die TUI Group hat am 30. Januar 2018 ihr neues EU-Konzernbüro eröffnet. Der TUI-Vorstandsvorsitzende Fritz Joussen und EU-Kommissar Günther H. Oettinger betonten beide die wichtige Rolle der EU für die Reisewirtschaft. „Sie ist das Fundament für Unternehmen wie TUI, um einen hervorragenden Service für Kunden in ganz Europa zu leisten“, so Oettinger.

Auf dem Bild von links: Vorstandsvorsitzender der TUI Group Fritz Joussen, Mitglied des Group Executive  Committee der TUI Group Thomas Ellerbeck und EU-Kommissar für Haushalt und  Personal Günther H. Oettinger