Pauschalreise: Höchster Verbraucherschutz – auch bei Insolvenz

Die Insolvenzen von Air Berlin, Niki und der britischen Monarch unterstrichen Ende 2017 einmal mehr: Pauschalreisende sind in diesen Fällen umfassend abgesichert und Veranstalter organisieren alternative Flüge. Individualreisende hingegen haben das Nachsehen. Eine mögliche Regulierung zur Insolvenzsicherung bei Airlines muss das berücksichtigen.

Doppelbelastung verhindern

Das Bundesjustizministerium hat sich im September 2017 in einem Schreiben an die EU-Kommission für eine erweiterte Insolvenzsicherung für Fluggäste ausgesprochen. Dabei muss gewährleistet werden:

  • Doppelbelastungen für Reiseveranstalter mit eigenen Airlines verhindern: Sie sind bereits seit den 1990er Jahren verpflichtet, sich gegen die eigene Insolvenz zu versichern. Kunden wird bei einem Veranstalterkonkurs die Reise garantiert oder der Reisepreis voll erstattet.
  • Pauschalurlauber sind schon heute in jedem Fall auch vor einer Airline-Insolvenz geschützt: Wenn ein Flug Bestandteil eines Reisepakets ist, organisiert der Reiseveranstalter Alternativen – sei es für den Urlaubsantritt oder die Heimreise. Deshalb ist eine zusätzliche Airline-Insolvenzsicherung für Pauschalurlauber gar nicht nötig. Sie bedeutet Überregulierung, hohe Kosten und viel Bürokratie.
  • Eine Insolvenzsicherung für Airlines ist nur auf internationaler Ebene sinnvoll: Europäische oder gar nationale Alleingänge wären nicht nur ineffektiv, sondern auch wirtschaftlich fragwürdig – schon heute sind die deutschen Airlines im internationalen Wettbewerb durch Maßnahmen wie die Luftverkehrsteuer oder die hohen Luftsicherungsgebühren stark benachteiligt.

2017 war das Jahr der Airlinepleiten. Abgesichert waren in jedem einzelnen Fall deutsche Pauschalreisende – die Veranstalter kümmerten sich um jeden einzelnen Reisenden.

Entlastung für den Staat

Das hohe Verbraucherschutzniveau bei Pauschalreisen entlastet übrigens auch den Staat. Veranstalter kümmern sich in jedem Fall um ihre Gäste: egal, ob Krise, Unglück, Unwetter oder Insolvenz.

TUI sorgt auch für Niki-Kunden

Die TUI Group kann als Reiseveranstalterin und Inhaberin von sechs Fluggesellschaften erfolgreich auf  Ausnahmesituationen reagieren. Als Niki am 14. Dezember 2017 den Flugbetrieb einstellte, legte TUI fly umgehend zusätzliche Flüge auf, um die Reisen ihrer Gäste zu gewährleisten. Insgesamt waren bis Ende des Jahres rund 5000 deutsche TUI-Gäste betroffen. Sie wurden aktiv von TUI informiert, die Kosten für zusätzliche  Übernachtungen und Verpflegung übernahm der Reisekonzern. Er half aber auch Urlaubern, die keine TUI- Veranstalterreise gebucht hatten. Niki-Gestrandete konnten TUI fly- Ersatzflüge zum halben Preis buchen.

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