Afrika: Tourismus zentraler Entwicklungspartner

Das Bevölkerungswachstum stellt Afrika vor große  Herausforderungen. Bis 2050 wird sich die Zahl der Menschen auf über 2,5 Milliarden verdoppeln. Trotz einer positiven Wirtschaftsentwicklung fehlen jährlich 20 Millionen neue Arbeitsplätze für junge Menschen – in den Städten und auf dem Land. Folgen sind Armut und Migration. Der Tourismus kann in vielen Regionen für mehr Wohlstand und bessere Perspektiven sorgen.

Strategisches Interesse

Ein prosperierendes Afrika liegt im Interesse Deutschlands und Europas: als Partner in einer globalisierten Welt, als Markt der Zukunft und als Kontinent mit dem bald größten Arbeitskräfte-Potenzial. Neben der klassischen Entwicklungshilfe setzt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) mit dem "Marshallplan mit Afrika" unter anderem zwei neue Akzente: Afrikas Staaten sollen mehr Eigenverantwortung übernehmen und der Privatsektor für mehr Investitionen mobilisiert werden.

Tourismus wächst überproportional


Afrika zieht stetig mehr Reisende an. Seit der Jahrtausendwende ist ihre Zahl um den Faktor 2,6 auf 67 Millionen gestiegen – deutlich mehr Wachstum als weltweit

Unternehmen sichern nachhaltige Beschäftigung

Hintergrund ist, dass dauerhafte Arbeitsplätze nicht vom Staat geschaffen werden können, sondern die private Wirtschaft gefragt ist. Und dafür braucht es weniger Subventionen und mehr Investitionen. Europäische Unternehmen sind gefordert, sich stärker einzubringen. Nicht explizit im Marshallplan erwähnt ist die Tourismusindustrie.

Dabei ist sie wichtig für ein stabiles Wachstum und bietet der jungen Bevölkerung heute bereits 9 Millionen direkte Arbeitsplätze. Inklusive aller Effekte auf andere Branchen wie Bauindustrie, Landwirtschaft und Telekommunikation sind es gar 23 Millionen Jobs, die wirtschaftliche Sicherheit bieten. 2017 war der Kontinent mit einem Plus von 9 Prozent die am schnellsten wachsende Tourismusregion weltweit. Insgesamt geben 63 Millionen Urlauber jährlich rund 37 Milliarden US-Dollar in Afrika aus. Das entspricht fast der gesamten Entwicklungshilfe der Staatengemeinschaft auf dem Kontinent.

Ein starker Partner in dem Prozess ist die TUI Group:

  • Arbeitsplätze: Urlauber reisen mit dem weltweit führenden Touristikkonzern nach Afrika: Mit 200 wöchentlichen Verbindungen fliegen die TUI-Airlines 1,6 Millionen Gäste pro Jahr dorthin. Allein ein Ferienflieger, der vollbesetzt zweimal täglich Hurghada ansteuert, sichert in Ägypten rund 9000 Arbeitsplätze. Die TUI Group betreibt zudem über 70 Hotels in Afrika. Und TUI investiert weiter: Im Herbst 2019 wird beispielsweise auf den Kapverden ein neuer ROBINSON Club eröffnet. Das Resort hat den Beschäftigungseffekt eines mittelständischen Unternehmens und sichert damit den Lebensunterhalt von bis zu 250 Mitarbeitern und deren Familien.  
  • Aus-/Weiterbildung: Eine Voraussetzung für nachhaltigen Wohlstand ist Bildung. TUI engagiert sich rund um das Thema Berufsausbildung. So hat der Reisekonzern gemeinsam mit der GIZ und dem marokkanischen Bildungsministerium die duale Ausbildung nach Nordafrika gebracht und die ROBINSON Hotelfachschule in Agadir aufgebaut. Viele Hundert Absolventen haben seit 2008 die Grundlagen für einen erfolgreichen Berufseinstieg erlernt – und arbeiten heute im benachbarten ROBINSON Club Agadir in Marokko, aber auch in Algerien oder an der Elfenbeinküste. TUI bietet in seinen Hotels und über lokale Partner afrikaweit echte Aufstiegs- und Karrierechancen.
  • Chancengleichheit: Mädchen und Frauen werden vielerorts auch heute noch vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen – obwohl gerade deren Fähigkeiten und Ideenreichtum benötigt werden. Der Marshallplan setzt konsequenterweise einen Schwerpunkt auf das Thema. Auch von der TUI Care Foundation geförderte Projekte, zum Beispiel in Namibia oder Sansibar, bilden gezielt Frauen aus.
  • Nachhaltigkeit: Die TUI Group hat sich mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie bis 2020 ambitionierte Ziele gesetzt. Kern ist es, die Umwelt zu schützen und lokale Kulturen zu erhalten. Afrika hat in dieser Hinsicht eine unvergleichliche Vielfalt zu bieten. Damit das so bleibt, arbeitet TUI eng mit den lokalen Behörden zusammen. So entwickeln beispielsweise auf den Kapverden Reisebranche und lokale Regierung gemeinsam Lösungen, die durch den Tourismus verursachten Abfälle sowie den Wasser- und Energieverbrauch zu senken. Vielerorts engagiert sich auch die TUI Care Foundation in Sachen Umweltbildung.

Tourismus als Wohlstandsmotor nutzen

Selten zuvor hat sich eine Bundesregierung so intensiv mit Afrika beschäftigt. Diesen Schwung gilt es zu nutzen. Die Tourismusindustrie ist als Schlüsselindustrie für ein beschleunigtes Wachstum und mehr Arbeitsplätze auf dem Kontinent ein wichtiger Partner.

Steuerbelastung hemmt Entwicklung

Der Tourismus leistet einen erheblichen Beitrag zum Wohlstand. Nicht nachvollziehbar ist, dass der deutsche Fiskus diesen positiven Effekt stark belastet.

Beispiel Luftverkehrsteuer: Für den Flug nach Ägypten erhebt der Staat von Urlaubern und Airlines über 23 Euro. Die Gesamtbelastung beträgt fast 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. 
Anders die Situation in den Nachbarstaaten: Wegen starker Wettbewerbsverzerrung hat Österreich 2017 seine Luftverkehrsteuer halbiert, die Niederlande haben sie sogar ganz abgeschafft. Die hierzulande erhobenen Steuern fehlen an anderer Stelle: für die touristischen Ausgaben vor Ort.