Griechenland: Tourismus ist dauerhafter Jobmotor

Griechenland ist 2017 der touristische Gewinner. Davon profitieren die Wirtschaft und vor allem der Arbeitsmarkt. Allein im laufenden Jahr sichert der Tourismus 54 000 zusätzlichen Beschäftigten ihr Einkommen. Diesen Trend stützt die TUI Group mit neuen Reiseangeboten insbesondere außerhalb der Hauptsaison in den Monaten März/April und Oktober/November. Das zahlt exakt auf das Ziel der griechischen Tourismuspolitik ein, im Frühjahr und Herbst mehr Urlauber begrüßen und so die touristische Saison verlängern zu können.

Wirtschaftskrise weiterhin dramatisch

Auch wenn das Thema aus den Schlagzeilen weitgehend verdrängt wurde, leidet Griechenlands Wirtschaft nach wie vor unter der Schuldenkrise. Im Zeitraum von 2009 bis 2016 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um rund 25 Prozent zurückgegangen. Die Haushaltslage ist trotz Sparmaßnahmen, Steuererhöhungen und Privatisierungen angespannt. Zwar konnte Griechenland – die Zinsaufwendungen rausgerechnet – zuletzt immerhin einen Haushaltsüberschuss von 4,2 Prozent gemessen am BIP erzielen. Doch EU-Kommission, IWF, EZB und ESM (Euro-Rettungsfonds) drängen auf weitere Sparrunden. Unklar ist, wie die hohe Arbeitslosigkeit von circa 25 Prozent unter diesen Vorzeichen bekämpft werden kann. Besonders schwierig ist die Situation für die junge Generation: Derzeit ist fast jeder zweite Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren ohne Arbeitsplatz. 

Tourismus auf Rekordhoch

Umso größer ist die Bedeutung des Tourismus. Rund ein Fünftel des BIP wird in der Reisebranche erwirtschaftet – deutlich mehr als beispielsweise die Industrie zur Wirtschaftsleistung beiträgt. Insgesamt sichert der Tourismus knapp eine Million Arbeitsplätze, Tendenz steigend. Die Gäste finden in Griechenland eine attraktive Urlaubsdestination: Das milde Klima, Tausende Inseln, die griechische Gastfreundschaft und ein einzigartiges kulturelles Erbe üben einen großen Reiz aus. 2016 bereisten knapp 25 Millionen internationale Gäste die Hellenische Republik, ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa jeder Achte kam aus Deutschland.

2017-Prognose: Job-Bedeutung der Reisebranche wächst weiter

2016 sicherte der Tourismus in Griechenland insgesamt 860 000 Arbeitsplätze. Das entsprach 23,4 Prozent aller Jobs. Laut Prognose des World Travel & Tourism Council (WTTC) steigt der Anteil bis 2027 auf knapp 30 Prozent an. Aktuell erlebt der Tourismus sogar ein deutlich überproportionales Jobwachstum: Das WTTC erwartet für 2017 gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 54 000 Arbeitsplätzen – kein anderer Wirtschaftszweig bietet auch nur annähernd solche Erfolgsmeldungen.

Tourismus fördert Verständigung und Entwicklung

Theodoros Daskarolis,
Griechischer Botschafter in Deutschland:

»Die deutsch-griechischen Beziehungen haben eine lange, wechselvolle Geschichte mit vielen guten Seiten. Aktuell ist das Griechenland-Bild in den deutschen Medien leider sehr schlecht – geprägt von den Folgen der Finanzkrise. Daher möchte ich die Deutschen einladen in mein Land. Denn Reisen bietet die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu sammeln und das Land authentischer wahrzunehmen. Gastfreundschaft ist ein Kern der griechischen Identität. Der Tourismus ist eine wichtige Säule der Wirtschaft – mit positiven Impulsen auch für andere Sektoren. Die TUI Group ist dabei ein wichtiger Partner.

Ich weiß aus eigener Anschauung, wie Tourismus Entwicklung fördern kann: Als Kind habe ich regelmäßig Urlaub in Iriya am argolischen Golf gemacht – einem Ort, der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. In den 1960er Jahren war das Leben dort sehr einfach. Die Einwohner waren arm und hatten keinen Strom. Heute gibt es dort viele Touristen. Mit ihnen sind Ärzte, Krankenhäuser und Elektrizität gekommen. Es ist zwar etwas Romantik verloren gegangen, aber die Menschen des Dörfchens profitieren unterm Strich: Sie können lokale Produkte auf den gut besuchten Märkten anbieten und Wohlstand aufbauen.« 

TUI erweitert Griechenland-Angebot

Auch bei den TUI-Gästen liegt Griechenland im Trend. Stand März lagen die Buchungen 30 Prozent über dem Vorjahr. Damit schließt das Land nahtlos an den bereits guten Vorsommer an. Nach Spanien belegt Hellas den zweiten Platz im Beliebtheitsranking der deutschen TUI-Urlauber.

Die TUI Group hat auf die wachsende Nachfrage reagiert:

  • Größeres Angebot: Für die Sommersaison bietet TUI für Griechenland-Urlauber eine deutlich größere Auswahl an. Auf den beliebten Inseln Kreta, Rhodos und Kos wurde das Angebot um rund 40 Prozent erweitert. TUI wird 2017 voraussichtlich 2,5 Millionen Gäste nach Griechenland bringen.
  • Neue Flugverbindungen: Der Sommerfugplan 2017 umfasst zusätzliche Flüge von Hannover, Nürnberg, Stuttgart und Basel nach Kos sowie von Berlin-Schönefeld nach Kreta und Rhodos. Aus ganz Europa gehen in den kommenden Monaten wöchentlich über 600 TUI-Flüge nach Griechenland. 
  • TUI-Hotelmarken: Die TUI Group betreibt in Griechenland 31 eigene Hotels und arbeitet mit mehreren Tausend zusätzlichen Hotels zusammen.
  • Kreuzfahrten: Die drei TUI-Kreuzfahrtlinien steuern 26 griechische Häfen an. TUI Cruises hat unter anderem Katakolon vor den Toren Olympias und Chania auf Kreta neu im Programm.

Griechenland hat sich nach schweren Jahren eine Stabilisierung erarbeitet. Der Tourismus spielt dabei eine zentrale Rolle. Jeder Urlaubsgast trägt zur positiven Entwicklung des Landes bei. Die TUI Group ist ein wichtiger Partner.

Kreta auf dem Weg zur nachhaltigeren Urlaubsdestination

Zu Griechenland gehört auch kulinarischer Genuss: Wein und Olivenöl haben hier eine jahrtausendelange Geschichte. Traditionelle Wein- und Olivenbauern auf Kreta haben jedoch zunehmend Schwierigkeiten, Erträge zu erwirtschaften. Immer mehr Winzer und Landwirte stehen vor dem Aus.

Hier setzt ein neues Gemeinschaftsprojekt der TUI Care Foundation „TUI Cares for Crete“, der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris und lokalen Nahrungsmittelexperten an: Sie wollen Olivenöl und Wein als integralen Bestandteil kretischer Kultur erhalten und zugleich neue Perspektiven für lokale Bauern schaffen. Dafür werden Landwirte im Bioanbau ausgebildet und regionale Netzwerke mit Winzereien und Olivenmühlen geknüpft. Gleichzeitig werden innovative interaktive Exkursionen und Veranstaltungen in Hotels für die Touristen entwickelt.

»Wir sind froh, dass wir dank einer gemeinsamen Vision mit der TUI Care Foundation und Futouris auf Kreta neue Wege gehen können und dazu beitragen, dass Griechenland als nachhaltige Ganzjahresdestination weiter gestärkt wird.«

Elena Kountoura

Die griechische Tourismusministerin Elena Kountoura und Thomas Ellerbeck, Vorsitzender des Kuratoriums der TUI Care Foundation, stellten im März das Kreta-Projekt vor.