Tourismus: Absatzchancen für Landwirte vor Ort verbessern

Weltweit zieht es Menschen in die Städte. Sie hoffen dort auf Arbeit und ein gesichertes Einkommen. Strukturschwache Regionen leiden unter dieser Form der Landflucht. Der Tourismus kann jedoch vielerorts neue Perspektiven bieten. In Urlaubsregionen können beispielsweise Landwirte profitieren. Diesen Effekt will die TUI Care Foundation stärker fördern.

Die internationale Stiftung der TUI Group will bis 2020 die Existenzgrundlage von 10 000 Menschen in Urlaubsgebieten wesentlich verbessern. Einen Schwerpunkt bildet die Landwirtschaft: Mit den richtigen Anbaumethoden, Produkten und Vertriebsstrukturen können Bauern ihre Erzeugnisse an Hotels und Touristen vertreiben und so ihre Einnahmequellen diversifizieren. Drei aktuelle Beispiele:

Frauenkooperativen in Marokko

Arganöl wird von den Berbern seit Jahrhunderten für Hautpflege und zum Kochen verwendet. Es wird traditionell von Frauen hergestellt, die zunehmend gemeinschaftlich wirtschaften. Die TUI Care Foundation unterstützt 15 dieser Frauenkooperativen mit insgesamt 600 Mitgliedern dabei, für Arganöl neue Produkte, Marken und zusätzliche Vertriebskanäle im Tourismusbereich zu schaffen.

Nachhaltige Landwirtschaft in Andalusien

Klimawandel und eine wenig nachhaltige Wirtschaftsweise bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Kleinbauern im Süden Spaniens. Mit einer regenerativen Landwirtschaft können sie Böden und Artenvielfalt stabilisieren sowie andalusische Spezialitäten wie Mandeln und Wein produzieren. Die TUI Care Foundation schult 130 Landwirte in nachhaltigen Anbaumethoden. 60 Restaurantköche werden sensibilisiert, verstärkt lokale Produkte zu verwenden, und auf lokalen Messen bauen Kleinbauern Netzwerke mit Hotelkunden auf.


Im Rahmen einer Reise nach Spanien besuchte Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Deutschen Bundestag, die von der TUI Care Foundation geförderte landwirtschaftliche Initiative AIVeIAI. Projektkoordinator Dietmar Roth: „Touristen sind für diese Region wichtig, weil sie unsere Betriebe, Dörfer und ihre Bewohner ins Rampenlicht rücken. Es geht nicht nur um das Geld, das sie hier ausgeben, sondern darum, dass ländliche Regionen nicht sich selbst überlassen bleiben.“

Verarbeitung von Agrarprodukten in der Türkei

In der Region Muğla – bekannt für ihr Tourismuszentrum Bodrum – produzieren Bauern seit jeher Oliven. Hotels kaufen jedoch nur rund zehn Prozent der Lebensmittel lokal ein. Ein Grund: Vor Ort fehlen Kapazitäten, die Erzeugnisse zu verarbeiten. So sind Restaurants und Touristen nicht an frischen Oliven, sondern an Olivenöl und abgepackten Tafeloliven interessiert. Hier setzt die Stiftung an und berät 150 Kleinbauern dabei, Oliven zu Öl zu pressen, in Salzlake einzulegen und damit nachhaltige Lieferketten aufzubauen.