Thomas-Cook-Insolvenz: Zäsur mit Ansage

Die Thomas-Cook-Insolvenz betrifft viele Hunderttausend Menschen ganz unmittelbar. Mehr als eine halbe Million Urlauber konnte ihre Reise nicht antreten oder strandete in den Abflughallen. Reisepläne zerstoben quasi über Nacht. Gleichzeitig müssen sich 21.000 Mitarbeiter beruflich umorientieren. Für viele bedeutet das einen harten Einschnitt. Arbeitslosigkeit droht, persönliche Lebensplanungen müssen angepasst werden. Welche Lehren sind aus dem Debakel zu ziehen – und was heißt das für TUI?

Das reine Veranstalter- und Airlinegeschäft steht seit Jahren massiv unter Druck. Nicht nur in Deutschland, auch in Europa herrschen im Flugsegment erhebliche Überkapazitäten. Solange zu viele Flugsitze im Markt sind, werden diese auch verkauft – und zwar zu Preisen, die nicht kostendeckend sind. Es schadet der Branche, dass die Taxifahrt zum Flughafen teurer ist als der Flug von Düsseldorf nach Palma.

Umso bedenklicher, dass die dringend gebotene Konsolidierung immer wieder ausgebremst wird. Siehe Air Berlin: Die Flugzeuge der insolventen Airline sind nicht vom Markt verschwunden, sondern starten dank politischer Unterstützung nun für Eurowings, Easyjet und Ryanair. Dumpingpreise und enorme Verluste sind die Folge. Allein im ersten Halbjahr 2019 betrug das Defizit der drei Airlines in Deutschland 500 Millionen Euro.

Darüber hinaus ist es als Veranstalter heute nicht mehr damit getan, einfach einen Flug und ein Hotelzimmer am Strand zu bündeln und weiterzuverkaufen. Die Gäste erwarten individuelle Reiseerlebnisse und das Wunschzimmer im Hotel, massgeschneiderte Ausflüge und Aktivitäten in den Urlaubsgebieten. Wer diese Trends frühzeitig erkannt und mitgestaltet hat, gehört zu den Gewinnern – so auch die TUI Group.

Strategie der TUI Group greift

Wir haben das Unternehmen massiv umgebaut. Heute sind wir Entwickler, Investor, Betreiber von Hotelgesellschaften, Kreuzfahrtunternehmen und Ausflugsplattformen. Darauf entfallen 69 Prozent des Ergebnisses. Das klassische Veranstalter- und Airlinegeschäft macht nur noch 31 Prozent aus. Mit dieser Ausrichtung ist das operative Ergebnis seit 2014 jährlich im Schnitt um 13 Prozent gewachsen. Damit kann die TUI Group den rund 70.000 Mitarbeitern in aller Welt dauerhaft einen sicheren Arbeitsplatz bieten und ihren 27 Millionen Kunden auch weiterhin attraktive Angebote unterbreiten. Denn: Pauschalreiseangebote aus einer Hand sind nach wie vor gefragt – sie müssen aber modernen Kundenwünschen entsprechen.


Die TUI Group hat 2013 den Umbau des Konzerns begonnen und hat seither massiv in eigene Hotels, Schiffe und die Digitalisierung investiert.

TUI unterstützt Urlauber und Beschäftigte

Nach dem Thomas-Cook-Aus unterstützt die TUI Group Reisende und Mitarbeiter des ehemaligen Mitbewerbers, wo immer dies möglich ist. So hat der Reisekonzern Unterstützung für gestrandete Urlauber geleistet und unter anderem Unterkünfte und Transfers in den Destinationen organisiert. Thomas-Cook-Mitarbeiter sind eingeladen, sich bei TUI zu bewerben und ihre Erfahrung einzubringen. Dafür haben wir extra ausserplanmäßige Bewerbungsrunden eingerichtet und es finden Informationsveranstaltungen sowie „Open Days“ statt – in den Landesgesellschaften wie in den Destinationen.