Kreuzfahrtschiffe: Innovationstreiber auf hoher See

Auf den Weltmeeren fahren über 50.000 Schiffe. Davon stehen nur 400 im Dienst von Kreuzfahrtreedereien. Dieses relativ kleine Segment setzt umso stärkere Impulse für eine nachhaltige Schifffahrt.

Investitionsoffensive für die Umwelt

Kreuzfahrtreedereien weltweit haben bereits mehr als 22 Milliarden US-Dollar in energieeffiziente und saubere Technologien investiert. Laufen heute Kreuzfahrtschiffe vom Stapel, sind sie oft mit Hightech-Lösungen ausgestattet, die es vor fünf Jahren noch gar nicht gab. Deshalb gilt immer öfter: je jünger die Flotte, desto umweltfreundlicher die Reisen. Siehe TUI Cruises: Während das Durchschnittsalter der Kreuzfahrtschiffe weltweit bei 14 Jahren liegt, sind sechs der sieben Schiffe der Hamburger Reederei jünger als fünf Jahre. Dank der umfassenden Flottenmodernisierung und freiwilligen Maßnahmen nehmen TUI Cruises und Hapag- Lloyd Cruises Vorreiterrollen ein.
 

  • TUI Cruises: Die Reederei hat seit 2014 jedes Jahr ein neues Schiff in Dienst gestellt und lässt die jüngste Flotte der Welt in See stechen. Das wirkt sich deutlich auf die Umweltbilanz aus: Flottenweit setzt TUI Cruises auf Energieeffizienz, um Treibstoffverbrauch und Emissionen stetig zu senken. Eine freiwillige Abgasreinigung, bestehend aus sogenannten Scrubbern und Katalysatoren, bei sechs von sieben Schiffen hilft, die Emissionen noch weiter zu reduzieren. Und bei den beiden Schiffen, die 2024 und 2026 ausgeliefert werden sollen, setzt TUI Cruises auf das emissionsarme Liquefied Natural Gas (LNG). Wir gehen davon aus, dass dann eine größere Zahl von Häfen die Betankung mit LNG möglich macht. Das ist heute nicht der Fall.

  • Hapag-Lloyd Cruises: Fünf kleine individuelle Schiffe gehören zur Flotte von Hapag-Lloyd Cruises, davon zwei erst seit wenigen Monaten. Und im Mai 2021 stößt das Expeditionsschiff HANSEATIC Spirit hinzu, das die BREMEN ablöst. Die Schiffe sind mit den modernsten Umwelttechnologien ausgestattet. Auch im Betrieb setzt die Reederei auf emissionsarme Kreuzfahrt. So fährt die Flotte ab Juli 2020 ausschließlich mit dem schadstoffarmen Marine-Gasöl, das einen Schwefelanteil von unter 0,1 Prozent aufweist. Und die Routen werden mit einer ökologischen Durchschnittsgeschwindigkeit geplant, sodass die Kapitäne auf die letzten drei Knoten verzichten – und damit weitere 30 Prozent Treibstoff einsparen.

Anreize für grüne Infrastruktur setzen

Die Kreuzfahrtreedereien gehen in Vorleistung. Siehe die Versorgung mit Landstrom. Dessen Einsatz liefert einen wichtigen Beitrag zur lokalen Luftreinhaltung. Weite Teile der Hapag-Lloyd Cruises Flotte sind bereits dafür ausgestattet und die ersten TUI Cruises Schiffe werden in diesem Jahr landstrombereit sein. Allerdings: Europaweit verfügen nur Hamburg und das norwegische Kristiansand über die Infrastruktur. Kiel und Warnemünde wollen nun nachziehen. Und erhalten den dringend notwendigen Rückenwind von der Politik: Bund und Länder haben sich Mitte Oktober auf ein Förderprogramm zum Ausbau von Landstrom geeinigt – das sollte Schule machen.