13
Jun
Dr. Marc Drögemöller

Barrierefreiheit auf Kreuzfahrtschiffen

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Kreuzfahrten stehen bei deutschen Urlaubern hoch im Kurs. Rund 1,81 Millionen Deutsche verbrachten 2015 ihren Urlaub auf See – 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Branchenverband CLIA mitteilte. Damit haben so viele Reisende wie aus keinem anderen europäischen Land im vergangenen Jahr eine Kreuzfahrt unternommen, dicht gefolgt vom britischen Markt mit rund 1,78 Millionen Gästen und einer beachtlichen Steigerung von 8,8 Prozent.

Die Fakten belegen die wachsende Bedeutung des Kreuzfahrttourismus. Das hängt einerseits mit der Bezahlbarkeit dieser Reisen für Familien und die gesellschaftliche Mittelschicht zusammen. Zum anderen garantieren die kurzen Distanzen zu den Häfen eine reibungslose An- und Abreise. Die Kreuzfahrt ist eines der am stärksten wachsenden Segmente in der Touristik und zugleich Wachstumstreiber für die deutsche und europäische Schiffsbau- und Tourismuswirtschaft.

Eine Kreuzfahrt dient auch jenen Menschen als geeignete Reiseform, die auf Barrierefreiheit dringend angewiesen sind. Alle Mitglieder der Mein Schiff Flotte von TUI Cruises beispielsweise bieten barrierefreien Kabinen an, so dass Menschen mit einer Behinderung oder eingeschränkter Mobilität ihre Ferien auf See genießen können. Mehr Raumfläche, breitere Eingangs- und Badezimmertüren, spezielle Handläufe und ein Notfalltelefon gehören hier zur Ausstattung.

Um am Bordleben teilnehmen zu können, sind fast alle Bereiche barrierefrei und mit dem Fahrstuhl erreichbar. In den Hauptrestaurants sind spezielle Tische für Personen mit eingeschränkter Mobilität reserviert, aufgestellte Schilder weisen die Bordgäste darauf hin. Bei den Landausflügen gibt es Angebote für jene, die dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auch wenn es technische Grenzen geben kann. Zur deren eigenen Sicherheit wird darauf hingewiesen, dass Blinde, Gehörlose und auf den Rollstuhl beständig  angewiesene Personen nur gemeinsam mit einer Begleitperson reisen dürfen.

TUI hat sich mit der Unterzeichnung des Ethik-Kodexes der Welttourismusorganisation (UNWTO) dazu verpflichtet, im Rahmen der touristischen Aktivitäten die individuellen Rechte der sensibelsten Gruppen zu fördern. Hierzu gehören neben Kindern und alten Menschen auch Personen mit Behinderung. Dem betroffenen Personenkreis wird an Bord der Mein Schiff Flotte weitgehende Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglicht. Dies ist vor dem Hintergrund des Grundgesetzes in Artikel 3, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf, einerseits selbstverständlich. Andererseits besitzt die Infrastruktur auf den Schiffen enormen Vorbildcharakter, denn in vielen Bereichen besteht z.B. in puncto Barrierefreiheit noch Nachholbedarf.

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