17
Mär
Dr. Marc Drögemöller

Vom Fischerdorf zur Tourismusmetropole

Cancún zählt heute rund 630.000 Einwohner. Die Stadt auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan hat eine rasante Entwicklung vom einstigen Fischerdorf zu einer der größten Tourismusmetropolen des Landes hinter sich. Der Aufstieg begann Ende der sechziger Jahre, als sich die nationale Regierung entschloss, ein Gegenstück zum bekannten Badeort Acapulco zu schaffen. Die Eröffnung eines Großflughafens im März 1975 beschleunigte diesen Weg. Heute ist der Cancún International Airport mit Blick auf die Zahl der internationalen Fluggäste der größte Flughafen Lateinamerikas.   

Es verwundert nicht, dass die Menschen in Cancún fast ausschließlich vom Tourismus leben. Die Branche trägt mit 85 Prozent zum BIP in der Region bei. Bekannt ist die Stadt auch für ihre internationalen Kongresse. Dank Tagungsgästen und Geschäftsreisenden bietet sich eine zusätzliche Einnahmequelle. Der UN-Klimagipfel im Jahre 2010 ist in bleibender Erinnerung geblieben. Die Staatengemeinschaft einigte sich seinerzeit auf einen Kompromiss, das Kyoto-Protokoll zu verlängern und ärmere Länder bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels finanziell zu unterstützen.

Cancún und die Halbinsel Yucatan sind ein gelungenes Beispiel für touristische Wertschöpfung, die Arbeit und Wohlstand geschaffen hat. Für Mexiko hat der Tourismus als viertgrößte Einnahmequelle einen besonders hohen Stellenwert. 7,9 Millionen Menschen sind entlang der Wertschöpfungskette in der Branche aktiv. Für die TUI Group ist Mexiko seit vielen Jahren ein wichtiges Partnerland. Die RIU-Hotelkette ist mit 17 Anlagen vertreten und Kreuzfahrtschiffe machen in Häfen des Aztekenlandes fest. 200.000 deutsche Gäste haben 2014 das Land bereist, die mit Abstand größte Touristengruppe kommt aus den benachbarten Vereinigten Staaten und Kanada. Insgesamt zählte das Land zuletzt rund 30 Millionen internationale Gäste – eine enorme Kaufkraft.

Betrachtet man die Entwicklung in Cancún, lassen sich in einem anderen Land nicht weit entfernt Parallelen vermuten: Kuba. Nach dem politischen Tauwetter sind im Herbst dieses Jahres bis zu 110 Flüge zwischen beiden Ländern geplant, die viele Touristen auf die Karibikinsel bringen sollen. Zukünftig werden über 100.000 junge Leute aus den USA und Kanada nicht nur in Cancún ihr „spring break“ feiern, die Collegeferien zwischen März und April, sondern auch am Strand von Varadero. Verändern wird sich Kuba in jedem Fall.

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