10
Okt
Dr. Marc Drögemöller

Barrierefreiheit im Tourismus

Der Deutsche Bundestag hat vor einigen Wochen die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) verabschiedet. Mit den Neuerungen soll die Barrierefreiheit in der Bundesverwaltung verbessert werden. Bisher mussten nur Neubauprojekte oder große Umbauten barrierefrei gestaltet werden. Künftig gilt, dass Barrieren auch in Bestandsbauten und bei kleineren Baumaßnahmen fallen müssen.

Die Tourismuswirtschaft beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Für knapp sieben Millionen betroffene Menschen in Deutschland und knapp 50 Millionen Menschen in Europa ist das Reisen aufgrund einer Behinderung eine besondere Herausforderung, wie der Verband „NatKo – Tourismus für Alle“ schreibt. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, einer alternden Gesellschaft mit einer wachsenden Zahl an reiselustigen Menschen, ist eine stärkere Auseinandersetzung notwendig.

„Reisen für Alle“ heißt ein Projekt (www.reisen-fuer-alle.de), bei dem der NatKo zusammen mit dem Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) und anderen Betroffenenverbänden der Tourismusbranche einheitliche Qualitätskriterien und Kennzeichen für barrierefreie Angebote erarbeitet hat. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und gehört zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben sind Urlaub und Freizeitgestaltung wichtige Voraussetzungen. Ziel der Maßnahmen ist es, ein möglichst selbständiges Reisen für alle zu ermöglichen. Dabei geht es um Fragen der Buchung, Anreise und Unterbringung ebenso wie um die Option, am Urlaubsort Ausflüge und Freizeitangebote wahrnehmen zu können.

Auf einer Konferenz in Berlin diskutierte die Tourismusbranche den Stand der Bemühungen. Dabei wurde deutlich, dass Menschen mit Behinderungen bei der Auswahl ihres Reiseziels klare und vollständige Informationsangebote benötigen. Best-practice-Beispiele zur Vermarktung und zum Zugang barrierefreier Angebote, Einblicke in die Marktforschung und Erlebnisberichte aus Sicht der Destinationen halfen, den Bedarf zu konkretisieren. Auch TUI ist das Thema ein wichtiges Anliegen und will das Angebot ausbauen. Mit der Einrichtung eines Spezialservices verfügt die TUI Deutschland bereits seit einigen Jahren über professionelle Strukturen, um die Durchführung von Reisen für diese Personengruppe zu organisieren. Weitere Informationen:

www.tui.com/service-kontakt/behindertenfreundliches-reisen

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