28
Sep
Frank Püttmann
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Klimaschutz, Wachstum und Reisefreiheit sichern – und mehr Fortschritt wagen

Die Internationale zivile Luftverkehrsorganisation der Vereinten Nationen ICAO tritt zur Zeit zu Ihrer Generalversammlung in Montreal zusammen. Deutschland wird durch das Bundesministerium für Verkehr in der ICAO vertreten. Auf der Tagesordnung steht nun der Abschluss eines lange verhandelten Programms zum Ausgleich und zur Reduzierung der klimaschädigen Emissionen des weltweiten Luftverkehrs. TUI begrüßt und unterstützt die Einführung eines globalen Carbon Offsetting and Reduction Schemes for International Airlines (CORSIA) als einheitliche, gemeinsame und globale Lösung mit dem Ziel einer Reduzierung der CO2-Emissionen des Luftverkehrs insgesamt. Ein faires Emissionshandelssystem wird als Instrument vorgeschlagen. Auch das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt DLR hatte in einer umfangreichen Studie dem Bundesverkehrsminister bestätigt, dass ein „marktbasierter (Emissionshandels-) Mechanismus im Luftverkehr am besten geeignet ist, Klimaschutz, Wirtschaftswachstum und Reisefreiheit zu sichern“. Einen Gastkommentar von Professor Robert Sausen, Leiter des Instituts für Physik der Atmosphäre am DLR lesen Sie in der aktuellen politikAGENDA.  

Die Einbeziehung aller Staaten und Airlines weltweit und die Loslösung von einzelnen, regionalen und lokalen aber stark wettbewerbsverzerrenden Instrumenten ist der richtige Weg. Allerdings besteht aus Sicht der TUI Group noch  Verbesserungsbedarf. TUI setzt sich seit jeher für den Einsatz von modernsten Technologien ein, um den Kunden ein bestmögliches Produkterlebnis zu bieten aber auch um wissenschaftlichen und technischen Fortschritt zu nutzen und zu fördern. Dieser Aspekt kommt im aktuellen Entwurf noch zu kurz. Der bislang bekannte Entwurf der Vollversammlung sieht in den ersten 12 Jahren eine für alle Airlines gleiche, praktisch ausschließlich an der Entwicklung der gesamten Airline-Industrie bemessene Verpflichtung zur Kompensation von CO2-Emissionen vor. Damit werden die Airlines und Hersteller nicht genügend berücksichtigt, die durch eigene Investitionen und den Einsatz neuester Technologien ihren CO2-Ausstoß aktiv reduzieren. Das führt einerseits zu einer Bevorzugung der besonders schnell wachsenden Airlines und andererseits der Unternehmen, die nicht oder erst spät in neue Umwelttechnik oder Fluggeräte investieren.

Die TUI Group tritt dafür ein, den bestehenden Regelungsentwurf dahin gehend zu erweitern, dass die Bemessung der CO2-Kompensation deutlich früher und stärker an den individuellen Emissionen einer Fluggesellschaft bemessen wird. Eine derartig geänderte Regulierung setzt noch wesentlich effektivere Anreize zu nachhaltigem und umweltbewusstem Wirtschaften und für Investitionen in fortschrittliche Umwelttechnologien bei den Fluggesellschaften sowie für noch mehr und schnellere Investitionen in Forschung und Entwicklung bei den Herstellern.

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